wie man einem toten Hasen Bilder erklärt beuys
Boyss. Joseph Beuys (1921-1986): Visionärer Künstler & Fluxus-Pionier! Entdecken Sie seine 'Soziale Plastik' – aus Filz, Fett & revolutionären Ideen. Kunst als gesellschaftlicher Wandel!
Joseph Beuys führte am 26. November 1965 in der Galerie Schmela in Düsseldorf die Performance „Wie man dem toten Hasen die Bilder erklärt“ auf. In dieser Aktionskunst der Konzeptkunst bewegte sich der Künstler durch die Galerie und flüsterte einem toten Hasen, den er auf dem Arm trug, leise zu.
Während der dreistündigen Performance sperrte Beuys die Galerietüren von innen ab, sodass das Publikum die Handlung nur durch die Fenster beobachten konnte. Der Künstler wanderte von Zeichnung zu Zeichnung, wobei die Stille des Raumes durch spezifische Geräusche unterbrochen wurde:
- Das rhythmische Geräusch von Beuys' Schritten.
- Das laute Klacken einer Eisenplatte, die an der Unterseite seines rechten Schuhs befestigt war.
- Das lautlose Gleiten der Schuhsohle auf dem Boden.
Am Ende der Aktion saß Beuys auf einem Hocker im Eingangsbereich, den Rücken zum Publikum gewandt, während er den Hasen auf seinem Arm hielt. Im Jahr 2005 wurde dieses Werk von Marina Abramović im Solomon R. Guggenheim Museum in New York als Teil ihrer Serie „Seven Easy Pieces“ nachgestellt.
die Symbolik von Honig und Blattgold in Beuys' Werk
In dieser Performance bedeckte Beuys seinen Kopf mit Honig und Blattgold im Wert von fünfzig Dollar. Diese Materialien dienen als Symbole für die Verbindung zwischen menschlichem Denken und spirituellen oder natürlichen Prozessen, wobei sie insbesondere Wiedergeburt, Weisheit und die transformative Kraft der Sonne repräsentieren.
Die Wahl der Substanzen folgt einer spezifischen historischen und alchemistischen Bedeutung. Beuys nutzte diese Stoffe, um eine Art „Maske“ zu erschaffen, die sein Erscheinungsbild veränderte und den rituellen Charakter der Handlung verstärkte. Die Funktionen der Materialien lassen sich wie folgt beschreiben:
- Honig: Ein germanisches Symbol für Wiedergeburt und eine Darstellung der Fähigkeit, Ideen zu hervorbringen.
- Blattgold: Ein Symbol für die Kraft der Sonne, Weisheit und Reinheit, das häufig in der Alchemie verwendet wird.
Die Verwendung von Honig stellt zudem eine Verbindung zum Konzept der Bienen her. Beuys betrachtete Bienen als Symbol für eine ideale Gesellschaft, die durch Wärme und Brüderlichkeit gekennzeichnet ist. Durch das Auftragen auf seinen Kopf betonte der Künstler die Beziehung zwischen Sprache, Gedanken und der spirituellen Wahrnehmung von Wachstum.
warum benutzte Beuys einen toten Hasen in dieser Performance
Beuys nutzte einen toten Hasen als Symbol der Inkarnation, um einen Dialog zwischen dem Künstler und einem nicht-rationalen Wesen zu ermöglichen. Der Hase fungiert als Medium, um die Kluft zwischen Leben und Tod sowie zwischen dem Bewusstsein und dem Unbewussten zu überbrücken.
Der Hase besitzt eine weitreichende symbolische Geschichte in verschiedenen Kulturen und Religionen. Beuys nutzte diese Assoziationen, um der Performance zusätzliche Bedeutungsebenen zu verleihen. Zu diesen historischen Bezügen gehören:
- Griechische Mythologie: Der Hase wurde mit der Göttin Aphrodite in Verbindung gebracht.
- Römische und germanische Traditionen: Das Tier galt als Symbol für Fruchtbarkeit.
- Christentum: Der Hase wird oft mit dem Konzept der Auferstehung assoziiert.
Durch das Flüstern in das Tier integrierte Beuys den Akt der Konversation in ein visuelles Werk. Diese Methode erlaubte es ihm, das Verhältnis von Form und Sprache zu untersuchen, indem er den Akt des „Erklärens von Kunst“ als einen rituellen Prozess behandelte, der über die rein wörtliche Kommunikation hinausgeht.
die Verbindung zwischen diesem Werk und der Sozialen Plastik
Diese Performance stellt einen Höhepunkt in der Entwicklung von Beuys' Konzept der „Sozialen Plastik“ dar, bei dem Kunst als eine transformative Kraft für die Gesellschaft verstanden wird. Er nutzte das Ritual des Kunst-Erklärens, um zu suggerieren, dass das menschliche Bewusstsein und die soziale Interaktion die primären Materialien der Schöpfung sind.
Die Performance setzte verschiedene elementare Materialien ein, um die spirituellen Themen in der physischen Realität zu verankern. Jedes Material trug ein spezifisches Prinzip in sich, das die Wahrnehmung der Welt beeinflussen sollte:
- Honig und Gold: Repräsentieren Gedanken, Wiedergeburt und solare Weisheit.
- Eisen: Repräsentiert maskuline Prinzipien der Stärke und die Verbindung zur Erde.
- Der Hase: Repräsentiert die Inkarnation sowie den Zyklus von Leben und Tod.
Beuys' Arbeit verschob die Definition von Kunst weg vom statischen Objekt hin zu einem umfassenderen, inklusiveren Prozess. Durch diese Aktion betonte er, dass die spirituelle Evolution des Individuums eine notwendige Komponente des größeren, kollektiven kreativen Prozesses innerhalb einer Gesellschaft ist.
Häufig gestellte Fragen
Wann fand die Performance statt?
Die Performance fand am 26. November 1965 in der Galerie Schmela in Düsseldorf statt.
Wie viel Blattgold hat Beuys verwendet?
Beuys verwendete Goldblatt im Wert von fünfzig Dollar auf seinem Kopf.
Wie lange dauerte die Performance?
Die Performance dauerte drei Stunden.
Wer hat das Werk im Jahr 2005 rekonstruiert?
Marina Abramović hat das Werk im Jahr 2005 im Solomon R. Guggenheim Museum nachgestellt.
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