Cipriano Piccolpasso (1524 – 1579): Der Poet Malerei Meister von Maiolica
Cipriano di Michele Piccolpasso (geboren ca. 1523, Castel Durante, gestorben 1579, Castel Durante) war ein Mitglied einer italienischen patricischen Familie von Bologna, die seit Mitte des fünfzehnten Jahrhunderts in Castel Durante angesiedelt war und eine wichtige Drehscheibe für die Herstellung von Maiolica darstellte. Er hatte die humanistische Bildung seines Standes und wurde als Geologe und Bürgerlicher sowie Militäingeist ausgebildet und damit nach Rimini, Ancona, Fano und Spoleto unterwegs, doch sein wahres Talent lag in der Malerei von Maiolica, für die er nach Castel Durante zurückkehrte und eine hoch erfolgreiche Werkstatt gründete.
Er war ein Mitglied einer italienischen Familie von Bolognese Aristokraten und wurde durch eine umfassende Bildung geprägt, die ihn mit klassischen Idealen und künstlerischem Einfallsreichtum erfüllte. Seine Ausbildung als Geologe und Militäingeist bereitete ihm den Weg zu vielfältigen Erfahrungen und ermöglichte ihm einen Beitrag zur Gestaltung des italienischen Landschaftsbildes seiner Zeit.
Piccolpasso war auch ein Dichter und wurde Mitglied der Accademia degli Eccentrici in Perugia, wo er 1573 gemeinsam mit anderen Gelehrten die Accademia del Disegno gründete – eine der frühesten Akademien für italienische Künstler. Diese Akademie förderte einen kollaborativen Austausch zwischen Künstlern und Wissenschaftlern und prägte damit den künstlerischen Geschmack seiner Zeit.
Um 1548 schrieb er *Li tre libri dell’arte del vasajo* („Die drei Bücher der Töpferei“) – ein Werk, das eine umfassende Darstellung der Techniken der Maiolica darstellt und von seinen praktischen Erfahrungen im Werkstattalltag sowie von der Auswahl von Ton und dessen Aufbereitung bis hin zur Gestaltung von Farben und Glasuren umfasst. Das Buch wurde auf Anfrage des Kardinal François de Tournon verfasst, „der ein ganzes Jahr dort verbrachte, als die französischen Truppen nach Italien zogen.“ und hatte möglicherweise das Verbesserung der französischen Maiolica-Herstellung im Blick. Das Manuskript wird durch zahlreiche Zeichnungen von Piccolpasso angereichert, die detailliert beschreiben, wie verschiedene Verfahren zur Herstellung von Maiolica durchgeführt werden. Die Zeichnungen sind besonders beeindruckend für ihre Genauigkeit und künstlerische Gestaltung und geben einen Einblick in die Welt der Renaissancekunst. Das Werk gilt heute als das erste umfassende Dokument über die Herstellung von Keramik während der Renaissance und markiert damit einen wichtigen Wendepunkt im künstlerischen Wissenstand seiner Zeit.
Seine Tätigkeit als Künstler konzentrierte sich hauptsächlich auf die Herstellung von Maiolica, einer kunstvollen Glasurtechnik, die besonders in Italien florierte. Er gründete eine eigene Werkstatt und entwickelte innovative Methoden zur Gestaltung von Keramikstücken – ein Beitrag zum künstlerischen Fortschritt seiner Epoche. Seine Arbeit wurde durch eine tiefgreifende Kenntnis sowohl wissenschaftlicher Prinzipien als auch künstlerischer Traditionen geprägt.
Er war nicht nur ein Meister seines Fachs, sondern auch ein engagierter Förderer humanistischer Ideen und Bildung. Durch seine Mitgliedschaft in der Accademia degli Eccentrici und insbesondere der Accademia del Disegno setzte er neue Maßstäbe für die Förderung von Kunst und Wissenschaft und prägte damit den künstlerischen Geschmack seiner Zeit. Diese Akademien förderten einen offenen Dialog zwischen Künstlern und Gelehrten und ermöglichten es ihnen, neue Perspektiven zu gewinnen und künstlerische Grenzen zu überschreiten.
Er schrieb auch eine illustrierte Topographie Umbrias – *Le piante ed I ritratti delle Città e Terre dell’Umbria sottoposte al governo di Perugia* –, die auf Bestellung des Papstes Pius IV erstellt wurde und ihm durch dessen Ernennung zum Ritter ein Zeichen besonderer Ehre und Anerkennung brachte. Er starb im Jahr 1579 und hinterließ damit einen nachhaltigen Eindruck in der italienischen Kunstgeschichte und festigte seinen Platz als einer der bedeutendsten Maiolica-Künstler seiner Zeit. Seine Werkstatt wurde zu einem Zentrum künstlerischer Innovation und Zusammenarbeit und trug maßgeblich zum künstlerischen Fortschritt des italienischen Renaissanzeitalters bei.