Sir Godfrey Kneller: Ein Leben in der Porträtmalerei
- Geboren: 8. August 1646, Lübeck, Deutschland
- Gestorben: 19. Oktober 1723, London, England
- Bekannt für: Barocke Porträtmalerei, Hofmaler englischer Monarchen, Kit-Cat-Porträts
Frühes Leben und Ausbildung
- Kneller wurde in eine Künstlerfamilie hineingeboren; sein Vater, Zacharias Kniller, war ein Porträtmaler in Lübeck.
- Er erhielt seine erste künstlerische Ausbildung in Leiden, bevor er in Amsterdam zum Schüler von Ferdinand Bol und Rembrandt Harmenszoon van Rijn wurde. Diese Zeit prägte seinen Stil maßgeblich, da sie ihn mit der niederländischen Barocktradition vertraut machte.
- Reisen mit seinem Bruder, John Zacharias Kniller, führten ihn nach Rom und Venedig, wo er unter Carlo Maratti historische Themen und Porträts malte, was seine Fähigkeiten weiter verfeinerte und seinen künstlerischen Einfluss erweiterte.
Karriere in England: Der königliche Porträtist
- Kneller kam 1676 in England an und gewann schnell die Gunst einflussreicher Mäzene, darunter der Herzog von Monmouth.
- Er entwickelte sich zu einem führenden Porträtkünstler und löste Peter Lely als Principal Painter in Ordinary der Krone unter Karl II. Diese Ernennung markierte den Beginn seiner langen und erfolgreichen Karriere als Hofmaler.
- Kneller diente aufeinanderfolgenden Monarchen, darunter Jakob II., Wilhelm III. & Maria sowie Georg I., und festigte so seine Position als der gefragteste Porträtist Englands.
- Er wurde 1691 zum Ritter geschlagen und 1715 zum Baronet erhoben, was seinen erhöhten Status innerhalb der englischen Gesellschaft weiter unterstrich.
Hauptwerke und künstlerischer Stil
- Kit-Cat-Porträts: Dies sind vielleicht Knellers berühmteste Werke – eine Serie von Halbporträts der Mitglieder des Kit-Cat Clubs, einer bedeutenden politischen und literarischen Vereinigung. Sie zeichnen sich durch ihre standardisierte Größe (ca. 91 x 71 cm) und ihren Fokus darauf aus, das Äußere und die Persönlichkeit der Dargestellten einzufangen.
- Die Schönheiten von Hampton Court: Eine Serie, die von Wilhelm III. in Auftrag gegeben wurde, um die modische Frauenwelt des Hofes darzustellen.
- Porträts der Monarchie: Kneller malte zahlreiche Porträts von Monarchen, darunter Karl II., Jakob II., Wilhelm III. & Maria sowie Georg I., und bewies damit seine Fähigkeit, königliche Würde und Macht einzufangen.
- Künstlerischer Stil: Knellers Stil war im weitesten Sinne barock, geprägt von einem Gefühl der Grandezza, dramatischer Lichtführung und satten Farben. Obwohl er manchmal für eine gewisse Formelhaftigkeit kritisiert wurde, besaß er ein scharfes Auge für die Charakterisierung und die Fähigkeit, fesselnde Ähnlichkeiten zu schaffen. Er setzte oft Atelierassistenten ein, um Teile seiner Gemälde zu vervollständigen, insbesondere Gewänder und Hintergründe.
Vermächtnis und historische Bedeutung
- Knellers Einfluss auf die englische Porträtkunst war immens. Er etablierte ein äußerst erfolgreiches Atelier, das Porträts für die Elite produzierte, den Geschmack prägte und Maßstäbe für künstlerische Exzellenz setzte.
- Er spielte eine entscheidende Rolle beim Übergang der englischen Kunst von ihren früheren Einflüssen hin zu einem deutlicheren Barockstil.
- Sein Werk trug dazu bei, die Porträtmalerei in den oberen Gesellschaftsschichten zu popularisieren und steuerte so zu einer Kultur der Selbstdarstellung und des sozialen Prestiges bei.
- Kneller wird in der Westminster Abbey durch ein Marmordenkmal von John M. Rysbrack geehrt, was seine bleibenden Verdienste um die britische Kunst würdigt.
