Der Alte
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Objektbeschreibung
Ein Blick auf „Alte Zeit“ von Kazimir Malevich
Die Zeichnung „Alte Zeit“ von Kazimir Malevich, entstanden im Jahr 1913 und stilistisch dem Konstruktivismus zugewiesen, ist ein beeindruckendes Beispiel für die Entwicklung der abstrakten Kunst des frühen 20. Jahrhunderts. Dieses Werk präsentiert sich auf einem leicht gealtertem Papier mit einer natürlichen Textur und kleinen Beschädigungen – eine bewusste Entscheidung, die seinem historischen Kontext und seiner Aura von Einfachheit und Kontemplation Ausdruck verleiht. Die Komposition ist überwiegend vertikal ausgerichtet und betont damit die Körperhaltung des dargestellten Mannes und sein Profil. Eine klare Linienführung definiert die Form mit prägnanten Winkeln und vereinfachten geometrischen Formen, wobei eine traditionelle Perspektive bewusst vermieden wird. Durch Schattierung wird stattdessen Tiefe suggeriert – ein entscheidender Unterschied zum realistischen Darstellungsstil seiner Zeitgenossen.Der Stil des Konstruktivismus und seine Wurzeln
Malevichs Ansatz zum Zeichnen spiegelt die Philosophie des Konstruktivismus wider, einer Bewegung, die sich gegen akademische Traditionen richtete und eine neue Sprache für künstlerischen Ausdruck suchte. Inspiriert von Ideen der russischen Avantgarde und beeinflusst durch die Arbeiten anderer Künstler wie Piet Mondrian und Wassily Kandinsky, entwickelte Malevich eine einzigartige Methode zur Darstellung der Welt. Er verzichtete auf natürliche Farben und Formen und konzentrierte sich stattdessen auf reine geometrische Elemente – Linien und Flächen – um Emotionen und Ideen auszudrücken. Diese Entscheidung war ein wichtiger Schritt weg von der Repräsentation der Realität hin zu einer subjektiven Wahrnehmung und einem Ausdruck innerlicher Zustände.Die Technik und die Bedeutung des Papier
Die Zeichnung wurde mit präzisen Farbstiftstönen auf hochwertigem Papier ausgeführt, das eine leicht strukturierte Oberfläche aufweist. Diese Wahl des Materials ist nicht zufällig; sie verstärkt den Eindruck von Einfachheit und Authentizität und erinnert an frühe Meisterwerke der europäischen Kunstgeschichte. Die Technik besteht darin, dass Malevich mehrere Farbstiftschichten übereinanderlegt, um Volumen und Textur zu erzeugen und gleichzeitig eine gewisse Durchscheinung zu bewahren – ein Ansatz, der sowohl technisch geschickt als auch künstlerisch bewusst ist. Das leichte Papier trägt zur Gesamtatmosphäre des Kunstwerks bei und erinnert an die Materialien und Methoden seiner Zeit.Symbolik und Emotionale Wirkung
„Alte Zeit“ ist mehr als nur eine geometrische Darstellung; sie enthält subtile Symbole, die tiefere Bedeutungsebene aufweisen. Die zentrale Figur – ein Mann in Mantel und Hut – wird hier nicht detailliert dargestellt, sondern lediglich durch einfache Linien und Flächen definiert. Diese Vereinfachung dient dazu, die Aufmerksamkeit des Betrachters auf das Wesentliche zu lenken und eine Stimmung von Einsamkeit und Kontemplation hervorzurufen. Das Werk spricht eine Sehnsucht nach Klarheit und Einfachheit aus und erinnert daran, dass Kunst auch darin besteht, Emotionen und Ideen auf eine Weise auszudrücken, die über die Darstellung der äußeren Welt hinausgeht. Eine hochwertige Reproduktion dieser außergewöhnlichen Zeichnung wird sicherlich einen besonderen Raum in Ihrer Sammlung einnehmen und Ihnen stets eine Erinnerung an Malevichs Vision von abstrakter Kunst geben.Ähnliche Kunstwerke
Künstlerbiografie
Kazimir Malevich: Ein Pionier der abstrakten Kunst
Kazimir Severinovich Malevich, geboren 1878 in der ukrainischen Oblast Kiew, war eine Schlüsselfigur der russischen Avantgarde und gilt als einer der Begründer der abstrakten Malerei. Sein Leben und Werk spiegeln eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit Traditionen, dem Wunsch nachlicher moderner Ausdrucksweise und einer radikalen Neudefinition dessen, was Kunst sein kann. Seine frühen Jahre in der ländlichen Ukraine prägten seine künstlerische Sensibilität, während seine Reisen nach Europa ihn mit den neuesten Strömungen des internationalen Kunstbetriebs vertraut machten.
Malevichs Ausbildung begann in Kiew, wo er die Grundlagen der Malerei lernte. Doch schon früh suchte er nach neuen Wegen und zog nach Moskau, um sich den aufkommenden avantgardistischen Bewegungen zuzuschliessen. Diese Phase war entscheidend für seine Entwicklung, da er mit Künstlern wie Wassili Kandinsky und Michail Larionow in Kontakt kam und von deren Ideen inspiriert wurde. Ein bedeutender Wendepunkt in seinem Leben war die Reise nach Paris im Jahr 1912, wo er die Werke von Pablo Picasso, Henri Matisse und anderen modernen Künstlern kennenlernte. Diese Begegnungen erweiterten seinen Horizont und trugen dazu bei, dass er sich zunehmend von traditionellen Maltechniken distanzierte.
Frühes Leben und künstlerische Einflüsse
Malevichs Kindheit in der ländlichen Ukraine war geprägt von den Traditionen des ukrainischen Volkes. Er wuchs in einer polnisch-ukrainischen Familie auf, die eine reiche kulturelle Geschichte hatte. Diese Erfahrung beeinflusste sein späteres Werk, das oft Elemente der Volkskunst und Folklore aufweist. Gleichzeitig war er jedoch auch von der Moderne fasziniert und suchte nach neuen Wegen, um seine künstlerische Vision auszudrücken. Seine frühe Ausbildung in Kiew vermittelte ihm die Grundlagen der Malerei, während seine Reisen nach Europa ihn mit den neuesten Entwicklungen in der Kunstwelt vertraut machten.
Zu seinen wichtigsten Einflüssen gehörten die Werke von Vincent van Gogh, Paul Cézanne und Wassily Kandinsky. Van Goghs expressive Farben und Pinselstriche inspirierten ihn zu einer neuen Art, mit Farbe umzugehen, während Cézannes geometrische Reduktion der Natur ihm half, die Welt in ihre grundlegenden Formen zu zerlegen. Kandinskys abstrakte Gemälde zeigten ihm, dass Kunst nicht unbedingt eine Abbildung der Realität sein muss, sondern auch eine Ausdrucksform für innere Gefühle und Ideen.
Die Entwicklung des Suprematismus
Um 1915 entwickelte Malevich den Begriff "Suprematismus", der die Vorherrschaft der reinen Empfindung in der Kunst betonte. Der Suprematismus lehnte jede Darstellung von Objekten aus der sichtbaren Welt ab und konzentrierte sich stattdessen auf grundlegende geometrische Formen wie Quadrate, Kreise und Rechtecke. Diese Formen sollten nicht als Symbole für etwas anderes verstanden werden, sondern als reine Ausdrucksmittel. Malevichs bekanntestes Werk, "Schwarzes Quadrat auf weißem Grund" (1915), verkörperte diese Idee auf eindrückliche Weise. Das Bild besteht aus einem schwarzen Quadrat, das auf einem weißen Hintergrund steht und somit die Grenzen der traditionellen Malerei sprengt.
In den folgenden Jahren experimentierte Malevich mit verschiedenen Formen und Farben und entwickelte neue Stile innerhalb des Suprematismus. Er schuf Werke wie "Weiß auf Weiß" (1918), eine Reihe von Gemälden, in denen weiße geometrische Formen gegen eine weiße Wand dargestellt werden, und "Haus unter Bau" (1916), das die ukrainische Kultur durch abstrakte Formen darstellt. Diese Werke zeigten seine Fähigkeit, komplexe Ideen auf minimalistische Weise zu vermitteln.
Wichtige Leistungen und historischer Einfluss
Malevichs Werk hatte einen tiefgreifenden Einfluss auf die Entwicklung der abstrakten Kunst des 20. Jahrhunderts. Seine Ideen über reine Empfindung und geometrische Abstraktion inspirierten Künstler wie El Lissitzky, Piet Mondrian und Kazimir Malevich. Der Suprematismus beeinflusste Bewegungen wie Minimalismus und Konstruktivismus und trug dazu bei, die Grenzen der künstlerischen Ausdrucksweise zu erweitern. Trotz politischer Verfolgung unter Stalin – zunächst unterstützt, dann unterdrückt – blieb Malevich in seiner Praxis und Lehre bestehen.
Sein Werk wurde lange Zeit übersehen, erlebte aber in den 1960er Jahren eine Wiederentdeckung und festigte seinen Platz als eine der wichtigsten Figuren der modernen Kunstgeschichte. Heute werden seine Gemälde in Museen auf der ganzen Welt ausgestellt und sind ein wichtiger Bestandteil des internationalen Kunstbetriebs.
Spätes Leben und Tod
In seinen späteren Jahren kehrte Malevich zu figurativer Malerei zurück, versuchte jedoch, seine abstrakten Prinzipien mit repräsentativen Formen zu synthetisieren. Er lehrte und schrieb über Kunst bis zu seinem Tod in Leningrad (heute St. Petersburg) im Jahr 1935. Sein Werk blieb jahrzehntelang nach seinem Tod verkümmert, erlebte aber in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine Wiederentdeckung und festigte seinen Platz als eine der wichtigsten Figuren der modernen Kunstgeschichte.
Kasimir Sewerinowitsch Malewitsch
1878 - 1935 , Ukraine
Eckdaten zum Künstler
- Beeinflusste Künstler: ['El Lissitzky']
- Bemerkenswerte Werke:
- Schwarzes Quadrat
- Weiß auf Weiß
- Haus unter Bau
- Geburtsdatum: 1878-02-23
- Geburtsort: Kiew Oblast, Ukraine
- Künstlerische Bewegung: Suprematismus, abstrakte Kunst
- Nationalität: Ukrainisch, Russisch
- Todatum: 1935-05-15
- Vollständiger Name: Kasimir Sewerinowitsch Malewitsch
- Von Künstlern Beeinflusst:
- Impressionismus
- Symbolismus
- Fauvismus
- Kubismus


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