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Beschreibung des Sammlerstücks
Lorenzo Bartolini und „Vertrauen in Gott“ – Eine Begegnung mit Kontemplation und klassischer Schönheit
Die italienische Bildhauerkunst des frühen 19. Jahrhunderts war geprägt von einer tiefen Sehnsucht nach Harmonie und einem Wiederaufleben der griechischen Ideale. Lorenzo Bartolini, geboren 1777 in Vernio bei Prato, verkörperte diese Bewegung perfekt und etablierte sich schnell als Meister der alabastermodellierung – eine Technik, die ihm einen unverwechselbaren Stil verleihen sollte. Sein Werk „Vertrauen in Gott“, geschaffen im Jahr 1833 für Rosa Trivulzio Poldi Pezzoli, ist mehr als nur eine Darstellung eines weiblichen Körpers; es ist ein Ausdruck tiefster Glaubens und eine Einladung zur inneren Kontemplation. Die Komposition des Bildhauerwerks zeichnet sich durch eine außergewöhnliche Einfachheit aus. Bartolini verwendete ausschließlich weißen Marmor – eine Auswahl, die nicht zufällig erfolgte. Weiß symbolisiert Reinheit und Göttlichkeit und steht somit für das zentrale Thema der Skulptur: den Glauben an eine höhere Macht und die damit einhergehende Hoffnung auf Erlösung. Die Figur sitzt ruhig und entspannt, ihre Füße gekreuzt und Hände sanft auf ihren Knien ruhend – eine Pose, die sowohl Stärke als auch Verletzlichkeit widerspiegelt. Diese Darstellung wurde von zahlreichen Kunsthistorikern analysiert und interpretiert und wird oft als eine der bedeutendsten Werke der italienischen Neoklassik angesehen. Die Technik Bartolinis ist beeindruckend präzise und detailliert. Er arbeitete mit einer außergewöhnlichen Sorgfalt und Präzision, um die Oberfläche des Marmors zu modellieren und feinste Linien und Konturen zu erzeugen. Durch eine Kombination von Druckmodellierung und Wärmebehandlung gelang es ihm, ein Gefühl für Volumen und Bewegung einzufangen – eine Herausforderung, die viele andere Bildhauer dieser Zeit nicht meistern konnten. Besonders hervorzuheben ist die Verwendung von Licht und Schatten, die Bartolini geschickt eingesetzt hat, um die Figur zu beleuchten und ihre Konturen zu verstärken und somit einen beeindruckenden dreidimensionalen Effekt zu erzielen. Der historische Kontext des Werkes ist ebenso wichtig für das Verständnis seiner Bedeutung. Bartolini arbeitete während der Zeit Napoleons und wurde von dessen politischen Ideen beeinflusst. Die Neoklassik, die sich gegen den Barock richtete und sich an griechischen Kunstwerken orientierte, war eine Reaktion auf die Aufklärung und ihren Fokus auf Vernunft und Wissenschaft. „Vertrauen in Gott“ verkörpert diese Ideale und erinnert daran, dass Schönheit und Wahrheit nicht nur im materiellen Bereich zu finden sind, sondern auch in der inneren Welt des Menschen. „Vertrauen in Gott“ ist ein Werk von außergewöhnlicher emotionaler Tiefe. Es spricht eine Sprache der Kontemplation und Einladung zum Nachdenken über die großen Fragen des Lebens an. Die Skulptur wirkt beruhigend und inspirierend zugleich und erinnert daran, dass auch inmitten von Schwierigkeiten und Herausforderungen stets ein Hoffnungsschimmer vorhanden ist – ein Hoffnungsschimmer, der durch den Glauben und die Vertrautheit mit einer höheren Macht verstärkt wird. Diese Botschaft findet bis heute Anklang bei Menschen auf der ganzen Welt und macht „Vertrauen in Gott“ zu einem Meisterwerk der italienischen Bildhauerkunst und einem unverzichtbaren Bestandteil des kulturellen Erbes Europas.Ähnliche Kunstwerke
Biografie des Künstlers
Frühes Leben und Ausbildung
- Lorenzo Bartolini wurde am 7. Januar 1777 in Vernio, Italien, nahe Prato in der Toskana geboren.
- Er begann seine künstlerische Ausbildung an der Florentiner Akademie der Schönen Künste und zeigte frühzeitig Geschick im Modellieren, insbesondere mit Alabaster.
- Im Jahr 1797 zog Bartolini nach Paris, wo er zunächst als Trommler in Napoleons Armee diente.
- In Paris studierte er Malerei bei Frédéric Desmarais und Bildhauerei bei François-Frédéric Lemot, wodurch er seinen künstlerischen Horizont erweiterte.
- Er erlangte Anerkennung mit dem Relief *Cleobis und Biton* im Jahr 1803, das seinen Ruf als Bildhauer begründete und einflussreiche Gönner anzog.
Karriere und künstlerische Entwicklung
- Bartolinis Karriere florierte unter napoleonischer Schirmherrschaft. Er schuf Werke wie das Relief der Schlacht von Austerlitz für die Vendôme-Säule, das sein technisches Können demonstrierte und mit der imperialen Agenda übereinstimmte.
- Er fertigte Porträtbüsten prominenter Persönlichkeiten wie Méhul und Cherubini an, was seine Position in den Pariser Kunstkreisen weiter festigte.
- Im Jahr 1807 wurde Bartolini auf Empfehlung von Napoleons Schwester Elisa Baciocchi zum Direktor der Bildhauerschule an der Accademia Carrara in Bergamo ernannt, trotz lokalen Widerstands.
- Er blieb bis nach dem Sturz Napoleons in dieser Funktion und diente als quasi-offizieller Porträtbildhauer für die Bonaparte-Familie.
- Bartolinis Stil verband Neoklassizismus mit sentimentaler Frömmigkeit und naturalistischem Detail, was ihn von Zeitgenossen unterschied, die stark von Antonio Canova beeinflusst waren. Er ließ sich eher von florentinischen Renaissance-Bildhauern wie Verrocchio inspirieren als dass er streng dem canovianischen Klassizismus folgte.
Hauptwerke und künstlerischer Stil
- Monumentale Skulptur: Bartolini ist bekannt für seine monumentalen Werke, darunter das Denkmal für Prinzessin Sophia Zamoyska in Santa Croce, Florenz (1837), das seinen naturalistischen Ansatz und die Abkehr von strengen klassischen Formen exemplarisch zeigt.
- Der Demidoff-Tisch (1845) ist ein weiteres bedeutendes Werk, das sein Geschick in der Marmorschnitzerei und komplexer Komposition demonstriert. Er wurde von den Söhnen von Fürst Nicola Demidoff in Auftrag gegeben und beschäftigte Bartolini viele Jahre lang.
- Porträtbüsten: Im Laufe seiner Karriere fertigte er eine Vielzahl von Porträtbüsten an, die das Aussehen bemerkenswerter Persönlichkeiten mit Sensibilität und Detailgenauigkeit einfingen.
- Elisa und ihre Tochter Napoléonne ist eine monumentale neoklassizistische Marmorskulptur, die Bartolinis dynamische Form und klassische Themen exemplarisch zeigt.
- Sein Werk *L'ammostatore* ("Der Nesträuber", 1820) demonstriert seine naturalistischen Tendenzen und Inspiration von florentinischen Bildhauern des Quattrocento.
Späteres Leben und Vermächtnis
- Im Jahr 1833 wurde Bartolini zum Ehrenmitglied der National Academy of Design gewählt.
- Er ließ sich in Florenz nieder, wo er aufgrund seiner bonapartistischen Neigungen und künstlerischen Abweichung vom vorherrschenden canovianischen Stil, der an der Akademie gelehrt wurde, nur begrenzte Möglichkeiten hatte.
- Trotz dieser Herausforderungen erhielt er weiterhin Aufträge, insbesondere von ausländischen Gönnern.
- Historische Bedeutung: Bartolinis Werk stellt einen Übergang in der neoklassizistischen Bildhauerei dar und integriert Elemente des Naturalismus und der Sentimentalität, die spätere künstlerische Bewegungen vorwegnahmen.
- Er starb 1850 in Florenz und hinterließ ein Vermächtnis bedeutender Skulpturen und eine einzigartige künstlerische Stimme innerhalb der italienischen Kunstwelt. Seine Fähigkeit, klassische Ideale mit individuellem Ausdruck zu verbinden, wird bis heute von Gelehrten und Kunstliebhabern geschätzt.
Lorenzo Bartolini
1777 - 1850 , Italien
Kurzinfos
- Beeinflusste Künstler: ['Naturalistische Bildhauer']
- Bemerkenswerte Werke:
- Grabmal Sophia Zamoyska
- Demidoff-Tisch
- Einflüsse Durch Künstler: ['Verrocchio']
- Geburtsdatum: 7. Januar 1777
- Geburtsort: Vernio, Italien
- Künstlerische Richtung: Neoklassizismus
- Nationalität: Italienisch
- Sterbedatum: 20. Januar 1850
- Vollständiger Name: Lorenzo Bartolini




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