1604. Acryl auf Leinwand, 42.0 x 30.0 cm. Eremitage Museum.
§ 1Catalogue data

- 42.0 x 30.0 cm
§ 2Abstract
Beschreibung des Sammlerstücks
Annibale Carraccis Selbstporträt von 1604: Ein dramatisches barockes Meisterwerk mit einer markanten Figur vor einer Ziegelwand. Handgemalte Reproduktion verfügbar.
Künstlerbiografie
Annibale Carracci (1560-1609): Entdecke den Barockmeister! Fresken wie 'Triumph des Bacchus' verbinden Raffael & Tizian – Pionier der Bologneser Schule.
§ 3Commentary
Die Geburtsstunde einer Vision: Annibale Carracci und das Selbstbildnis von 1604
Annibale Carraccis Selbstbildnis aus dem Jahr 1604, ein Gemälde, das sowohl stille Kontemplation als auch intensives Hinterfragen ausstrahlt, gilt als ein entscheidendes Werk im Übergang vom Idealismus der Renaissance zur dynamischen Energie des Barock. Entstanden in einer Zeit tiefgreifender künstlerischer Transformationen in Bologna und Rom, ist diese Leinwand weit mehr als nur eine bloße Ähnlichkeit; sie ist eine Erkundung von Identität, Ehrgeiz und jenem aufkeimenden Selbstbewusstsein, das die Ära prägte. Der Ursprung des Gemäldes liegt in der lebendigen Atmosphäre der Accademia degli Incamminati, einem Kollektiv junger Künstler – darunter Annibale, sein Bruder Agostino und sein Cousin Ludovico –, die danach strebten, die italienische Kunst zu revitalisieren, indem sie sich von den Meistern der Hochrenaissance inspirieren ließen und gleichzeitig ihren eigenen, unverkennbar modernen Stil schmiedeten. Die Kulisse aus einer Ziegelwand war eine bewusste Entscheidung, die das Porträt in einer Atelierumgebung verankert und subtil auf die Rolle des Künstlers als Schöpfer und zugleich als Motiv hinweist – ein Konzept, das von Künstlern dieser Epoche zunehmend angenommen wurde.
Eine Synthese der Stile: Florentinische Präzision und venezianische Farbigkeit
Carraccis künstlerischer Ansatz ist eine meisterhafte Synthese verschiedener Einflüsse, die die komplexen Strömungen widerspiegelt, welche die italienische Kunst im späten 16. Jahrhundert formten. Von seinen florentinischen Vorgängern – insbesondere Raffael – erbte er eine akribische Liebe zum Detail und ein verfeinertes Gespür für die lineare Zeichnung. Doch im Gegensatz zu der kühlen, zurückhaltenden Palette seiner Zeitgenossen griff Carracci auf die lebendigen, atmosphärischen Farben zurück, wie sie von venezianischen Malern wie Tizian geprägt wurden. Diese Verschmelzung wird im Selbstbildnis eindrucksvoll deutlich: Die scharfe Abgrenzung der Merkmale – die dunkle Jacke, der sorgfältig gepflegte Bart – zeugt von florentinischer Präzision, während die subtilen Abstufungen von Licht und Schatten sowie die warmen Töne der Hautfarben ein venezianisches Empfinden heraufbeschwören. Das Zusammenspiel dieser gegensätzlichen Elemente erzeugt eine dynamische Spannung, die dem Gemälde Leben und Unmittelbarkeit verleiht.
Symbolik und Erzählung: Ein Dialog mit der Tradition
Über seine technische Brillanz hinaus ist das Selbstbildnis reich an symbolischer Bedeutung. Der direkte Blick des Künstlers – intensiv, fast konfrontativ – lädt den Betrachter in einen privaten Dialog ein. Er bietet kein schmeichelhaftes Bild an; vielmehr präsentiert er sich als intellektuelle und künstlerische Kraft, die Anerkennung für sein Talent und seinen Ehrgeiz fordert. Die Einbeziehung der zwei Figuren im Hintergrund – eine stehende Gestalt und eine weitere, die weiter rechts im Hintergrund platziert ist – verleiht der Erzählung zusätzliche Komplexität. Diese rätselhaften Präsenzen könnten Mäzene, Mitkünstler oder vielleicht sogar Aspekte von Carraccis eigenem Psyche darstellen. Das Tier in der unteren linken Ecke – ein Detail, das oft übersehen wird – gilt als Anspielung auf die Fabel von Zeuxis und Parrhasios, eine Geschichte über Täuschung und künstlerisches Geschick, welche das Thema der Selbstdarstellung im Gemälde unterstreicht. Die gesamte Komposition spiegelt die klassische Tradition der Porträtmalerei wider und sprengt gleichzeitig bestehende Konventionen.
Ein Vermächtnis der Illusion: Das barocke Streben nach Tiefe
Annibale Carraccis Selbstbildnis ist ein Schlüsselwerk zum Verständnis der Entwicklung der Barockmalerei. Sein innovativer Einsatz der Quadratura, oder illusionistischen Malerei, demonstriert seine Meisterschaft in der Erzeugung überzeugender räumlicher Tiefe und atmosphärischer Effekte. Die Ziegelwand, mit akribischem Detailreichtum dargestellt, scheint in die Ferne zu rücken und zieht den Blick des Betrachters förmlich in das Geschehen hinein. Diese Technik, kombiniert mit Carraccis meisterhaftem Umgang mit Licht und Schatten, schafft einen Realismus, der für seine Zeit revolutionär war. Das Gemälde ist ein Paradebeispiel für den barocken Hang zum dramatischen Illusionismus – eine Abkehr von den statischen Kompositionen der Renaissance und ein zentrales Element der Ausdruckskraft dieser Bewegung. Reproduktionen dieses ikonischen Werkes fangen nicht nur Carraccis technisches Können ein, sondern auch die emotionale Intensität und intellektuelle Tiefe, die seine künstlerische Vision definieren.
Fragen & Antworten
Welche Technik und welche Maße hat "Selbstporträt" von Annibale Carracci?
Das Originalwerk "Selbstporträt" von Annibale Carracci ist ein Acryl auf Leinwand mit den Maßen 42 x 30 cm. Technik und Größe beziehen sich auf das Originalobjekt.
In welche Phase von Annibale Carraccis Schaffen lässt sich "Selbstporträt" einordnen?
„Selbstporträt“ entstammt der Barock von Annibale Carracci. Diese Einordnung setzt das Werk in Bezug zur künstlerischen Entwicklung des Künstlers.
In welchem Museum befindet sich das Original von „Selbstporträt“?
"Selbstporträt" von Annibale Carracci wird im Eremitage Museum, Sankt Petersburg, Russia ausgestellt. Die Museumsangabe bezieht sich auf das Originalwerk, nicht auf Reproduktionen.



Bei Kunstwerken oder Reproduktionen, die an einer Seite größer als 105 cm (ca. 41 Zoll) sind, wird der Rahmen zerlegt als Bausatz geliefert. Diese Methode gewährleistet eine sichere Zustellung und verhindert Schäden während des Transports.



